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Der E-Book-Reader – Kolumne von und mit Maxi

Posted by Nives Mestrovic "Hanna" on Nov 23, 2010 in Kolumne von und mit Maxi
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Hier liegt er also vor mir: Der E-Book-Reader eines namhaften elektronischen Großkonzerns. Wie ich dazu komme? Ehrlich gesagt, weiß ich das selbst nicht so genau. Ich bin sicher kein early adopter in Bezug auf technische Innovationen. Als ich im Jahr 1991 mein BWL-Studium begann, dachte ich noch, Computer seien etwas für Informatik-Freaks und ich würde in meinem Leben niemals eine andere Tastatur als die meiner Brother-Schreibmaschine bedienen. Noch im gleichen Jahr zog der 286er-Prozessor mit Floppy-Disc-Drive in meine Studenten-Wohnung ein. Ähnlich verhält es sich mit diesem Elektro-Buch.

Ich kann mich nicht daran erinnern, aber ich muss wohl mal erwähnt haben, dass es schon cool ist, über 300 Bücher in einem Koffer transportieren zu können und dazu noch Platz für Unterwäsche zu haben. Und schwupps: Da lag es auf meinem Geburtstagstisch, das Wunderwerk der Technik. „Oh Schatz, ein E-Book-Reader! So eine Überraschung!“ Ich fühlte mich ungefähr 15 Jahre zurückversetzt. Damals verdrängte die Bodum-Presskanne die herkömmliche Kaffeemaschine aus den deutschen Haushalten. Natürlich dauerte es nicht lange, bis auch die erste meiner Freundinnen uns den Kaffee frisch gepresst servierte.

Höflich, wie ich nun mal bin, lobte ich das formschöne Design und die Qualität des Kaffees und schwupps, lag die Bodum-Presskanne unter meinem Weihnachtsbaum. Seit damals achte ich genauer auf meine Wortwahl und formuliere ein Lob heute eher so: „Das ist wirklich eine ganz schicke Kanne, aber ich persönlich hänge ja sehr an meiner alten Kaffeemaschine.“ Das ist eindeutig und hätte auch voll und ganz der Wahrheit entsprochen. Ich hing wirklich an meiner Kaffeemaschine. Nicht, dass sie besonders aromatischen Kaffee zubereitet hätte. Nein, hier ging es um Nostalgie.

Seit ich denken kann gehörte das morgendliche Gurgeln, Schnorcheln, Zischen und zuweilen auch Ächzen der Filter-Kaffeemaschine zu meinem Tagesablauf. Diese Geräusche verbunden mit dem sich langsam ausbreitendem Kaffeeduft bedeuten Vorfreude, aber vor allen Dingen Geborgenheit, denn das Zischen in meiner Studentenwohnung war das gleiche wie damals zu Hause bei meinen Eltern. Aber wo ich sie nun schon einmal hatte, gab ich der Presskanne eine Chance und schätzte den wohlschmeckenden Kaffee schon nach kurzer Zeit sehr.

Und so sitze ich heute am Schreibtisch mit einem Glas Latte Macchiato aus meinem Kaffeevollautomaten, bereit, dem elektronischen Buch eine Chance zu geben. Ich muss dazu sagen, dass ich Bücher sehr mag. Ich lese nicht nur gern, ich liebe auch das bedruckte Papier, den Geruch von Druckerschwärze, der je nach Papier und Druck unterschiedliche Ausprägungen hat, die Vorfreude (ähnlich wie bei der Kaffeemaschine) auf den Inhalt, wenn man die Seiten einmal kurz durch die Finger laufen lässt. Vorsichtig hole ich das Elektro-Buch aus dem mitgelieferten Stofftäschchen.

Ein erster Pluspunkt – Taschen sind in jeder Form einfach immer gut! Ich schnupper vorsichtig an dem Gerät, das eher einem Taschenrechner als einem Buch gleicht und verteile gleich ein Doppel-Minus: Das Gerät ist kalt und riecht – wie sollte es auch anders sein – nach Metall. Außerdem macht kein schönes Cover-Motiv Lust darauf, sich sofort mit einer Wolldecke auf dem Sofa einzukuscheln und loszulesen. Also erst mal einschalten. Der Schalter ist schnell gefunden, aber es tut sich nichts. Hm – also doch die Bedienungsanleitung studieren. Richtig, das Gerät muss erst einmal über ein USB-Kabel (nicht im Lieferumfang enthalten) am PC aufgeladen werden. Na super! Zum Glück habe ich ein passendes Kabel, aber das Lesen muss ich auf den Abend verschieben, da man den Reader während des Ladevorgangs nicht starten kann.

Ein paar Stunden später ist es soweit. Mit einem Glas Rotwein und Cashew-Nüssen habe ich es mir samt Elektro-Buch auf dem Sofa gemütlich gemacht. Die Kinder schlafen friedlich, der Mann ist bei einem Geschäftsessen. Gespannt schalte ich das Gerät ein. Das Buch, das ich schon so lange lesen wollte, wurde freundlicherweise bereits vorinstalliert. Das Lesen ist erstaunlich angenehm, der Monitor sieht tatsächlich fast wie eine Buchseite aus.

Und was von entscheidendem Vorteil beim Lesen im Liegen ist: das Elektro-Buch ist viel leichter als ein normales Buch, man kann es bequem in einer Hand halten oder sogar hinlegen, weil es ja nicht zuklappen kann. Nach drei Stunden Leselust steht für mich fest: Der E-Book-Reader ist ab sofort mein ständiger Begleiter auf Reisen. Zu Hause wird er meine Bücher nicht verdrängen können, aber wenn die das mit dem Geruch noch hinkriegen, dann werden das Elektro-Buch und ich noch richtig gute Freunde. Ich hab’s ja gleich gewusst.

Maxi

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Erbschuld Kolumne von und mit Maxi

Posted by Maxi on Dez 31, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Erbschuld

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Kolumne von und mit Maxi auf JobsForMums.de Blog

Hätte man mich frühzeitig über die Zusammenhänge zwischen Kreuzbiss, Knickfuß und Schulversagen aufgeklärt, hätte ich mir die Sache mit den Kindern noch einmal gründlich überlegt.

Es muss etwas mit der Erbschuld zu tun haben, mit diesem dummen Apfel, in den Eva so unbedingt beißen musste. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ausschließlich wir Mütter praktisch vom Tag der Geburt unseres Kindes an dafür verantwortlich gemacht werden, dass es dereinst ein Einser-Abi samt Prädikatsabschluss an einer Eliteuni einfährt.

Die ersten Tests hat unser heute sechsjähriger Sohn Till noch mit Bravour gemeistert. Drei mal 10 beim AGPAR-Test.: “Mein Sohn, deine erste eins.”, rief der Papa ganz im Glück. Das macht stolz und baut Druck auf. Bereits mit vier Monaten wurde bei Till jedoch eine leichte Asymmetrie festgestellt. Der Kinderarzt verschrieb Krankengymnastik, schaute mir beim Ausstellen des Rezeptes tief in die Augen und sagte: “Wir wollen doch nicht, dass er in der Schule einmal Nachteile hat.”

Damals ahnte ich noch nicht im Entferntesten, dass mich dieser Satz begleiten wird, bis die Kinder die Schule endlich hinter sich haben. Kurze Zeit später hatten wir bereits die nächste Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Die Asymmetrie war dank Krankengymnastik behoben. Nun lenkte der Arzt sein Augenmerk auf die Ernährung. Stolz erzählte ich, dass Till Gemüse und Lachs liebt, wo beides doch so gesund ist.

Doch der Arzt interessierte sich mehr für Tills Fleischkonsum. Er klärte mich darüber auf, dass Fleisch enorm wichtig für die Entwicklung des Gehirns ist und dass wir mit Tills Speiseplan heute schon über Hauptschule oder Gymnasium entscheiden. “…und wir wollen doch nicht, dass er in der Schule einmal Nachteile hat.”, schloss er seinen Vortrag. Natürlich nicht.

Seit damals pendel ich mit Till, und seit drei Jahren auch mit seinem jüngeren Bruder Jan, zwischen Krankengymnastik, Kieferorthopäde, Musikalischer Früherziehung (Kinder, die ein Instrument spielen, sind erwiesenermaßen bessere Schüler) und Turnverein. Überall höre ich den gleichen Satz und überall senke ich schuldbewusst mein Haupt. Ich gelobe, meinen Sohn nach Kräften zu unterstützen, damit er in der Schule keine Nachteile haben wird.

Manchmal frage ich mich jedoch, warum die alleinige Verantwortung für die psychosoziale, kognitive und motorische Entwicklung des Kindes bei der Mutter liegt. Das kann doch nur etwas mit der Erbschuld zu tun haben. Eine andere Erklärung kann ich nicht finden.

Neulich habe ich einen Erziehungsratgeber gelesen, der nicht die ganze Verantwortung auf die Mutter abgewälzt hat. Hier stand der Vater im Fokus. Aber glauben Sie mir, das war auch nicht besser. Ich denke, dass wir uns alle nach Kräften bemühen, unsere Kinder so gut es geht auf ihrem Weg zu unterstützen. Natürlich möchte ich nicht, dass mein Sohn Nachteile in der Schule hat, natürlich möchte ich, dass er Ziele hat und diese auch erreicht.

Vor allem möchte ich aber, dass mein Sohn glücklich ist. Und das nicht erst in zwanzig Jahren, sondern hier und heute. Aber das wird er sicher nicht, wenn seine Mutter wie ein Hamster auf Drogen von einem Termin zum nächsten hechelt.

Deshalb werde ich ab sofort einen Gang runterschalten und mir vor allen Dingen kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Schon gar nicht von Menschen, die selbst gar keine Kinder haben. Morgen mache ich es mir mit den Kindern gemütlich, backe Waffeln und koche einen Kinderpunsch. Bis 16.30 Uhr haben wir Zeit; dann müssen wir zum Kieferorthopäden…

Maxi

Einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2010 wünscht Ihnen .

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Kindersegen Kolumne Von Und Mit Maxi

Posted by Maxi on Nov 25, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Kindersegen


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Kolumne von und mit Maxi auf JobsForMums.de Blog

Seit ich Kinder habe fällt mir eines immer mehr auf: Wir Familien sollten am besten unter uns bleiben. Ist schon klar, dass Kinder wichtig sind und so. Dagegen sagt ja niemand etwas. Aber alles zu seiner Zeit und an seinem Ort.

Wann die rechte Zeit ist, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Hier halte ich mich vorsichtshalber an die Zeiten, in denen ich als Kind Klavier üben durfte: von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Da kann man nichts falsch machen, da darf man mit Kind in der Öffentlichkeit gesehen werden.

Über den richtigen Ort führe ich derzeit eine Liste. Sie ist noch nicht vollständig aber es sticht geradezu ins Auge, dass es wesentlich mehr Orte gibt, an denen Kinder nicht erwünscht sind, als andersherum. Kinderspielplätze sind angemessen, auch in Tierparks sind Kinder zum Großteil willkommen. Im Wald? Das ist so ein Grenzbereich.

Die Ruhigen ja, die Lebhaften stören doch sehr das Nistverhalten seltener Tierarten. Cafés oder Restaurants gehen mit einem Kind, sofern es während der Dauer des Besuchs auf seinem Stuhl verweilt. Ab zwei Kindern jedoch ist es angemessener, sein Essen zu Hause einzunehmen. Ist ja auch preiswerter. Bis vor kurzem hat man auch gerne das Argument angeführt, dass man Kinder doch nicht in verrauchte Lokale mitnehmen solle, der Gesundheit wegen.

Da man ja nun in Gaststätten nicht mehr rauchen darf, muss man sich auch nicht mehr hinter falscher Fürsorge verstecken und kann ganz offen zugeben, dass man nach einem anstrengenden Arbeitstag am Abend einfach Ruhe braucht und Kinder da absolut kontraproduktiv wirken. Ich frage mich, warum man nicht konsequenterweise zu Hause bleibt, wenn man sich nach Ruhe sehnt?

Na gut, verzichten wir halt für ein paar Jahre auf überteuerte Restaurants. Es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Museum zum Beispiel, da lernen die Kinder gleich was. Jeder, der das schon mal mit zwei normal aufgeweckten Kindern versucht hat, wird frustriert abwinken. Langsam verstehe ich, warum es immer heißt, dass man mit Kindern verblödet.

Es liegt nicht daran, dass Kinder nicht aufgeschlossen und interessiert gegenüber Kunst, Literatur und Musik sind. Vielmehr dürfen sie am kulturellen Leben nicht teilhaben, weil Kinder die dort herrschende Ordnung stören. Man soll sich bitteschön in den vorgesehenen Zonen (s.o.) aufhalten und nicht über die Grenzen treten.

Als Begründung für die vorherrschende Intoleranz gegenüber Kindern wird gerne angeführt, dass Kinder früher doch ganz anders waren. Dass sie heute lauter, frecher, rücksichtsloser, einfach störender sind. Das stimmt. Ohne Einschränkung. Jedoch leben die Kinder auch in einer anderen Gesellschaft als wir früher. Es sind nicht nur die Eltern, die unsere Kinder prägen. Jeder bestimmt mit, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.

Auch die Kinderlosen beeinflussen das Verhalten unserer Kinder. Vergangene Woche waren wir im Schwimmbad. Unser dreijähriger Sohn hielt vier erwachsenen Menschen die Tür auf. Nicht einer sagte Danke. Wie oft wird er noch Türen aufhalten und wie oft wird er in seinem Leben Danke sagen? Wenn wir wollen, dass Kinder sich positiv entwickeln, müssen wir alle daran mitwirken. Und das geht doch am Besten, wenn Kinder auch teilhaben am gesellschaftlichen Leben.

Maxi

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Elternzeit Kolumne Von Und Mit Maxi

Posted by Maxi on Nov 18, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Elternzeit

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Kolumne von und mit Maxi auf JobsForMums.de Blog

Es wurde ja viel für Familien getan in den letzten Jahren. Das muss man fairerweise einmal sagen.

Erziehungsgeld heißt jetzt Elterngeld und der gute alte Erziehungsurlaub wurde zur Elternzeit. Durch diese sprachliche Modulation gewinnen Kinder unglaublich an Attraktivität, so dass jetzt auch junge Paare mit zwei Vollzeitgehältern total motiviert sind, sich auf das Abenteuer Familie einzulassen.

Was nur, frage ich mich, war so falsch an dem Begriff ‘Erziehungsurlaub’? Ich kann nichts Diskriminierendes finden. Die oder der Angestellte nimmt Urlaub, um sich während dieser Zeit der Erziehung der Kinder zu widmen. Erziehungsurlaub eben.

Was für mich mit diesem Begriff aber auch verbunden ist, ist die Absicht, dass eben dieser Arbeitnehmer seine Tätigkeit im Unternehmen wieder aufnehmen wird. Urlaub heißt ja, dass man für eine bestimmte Zeit nicht im Unternehmen ist, danach aber wieder da ist. Das ist sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber eine sichere Sache.

Was sagt mir der Begriff ‘Elternzeit’? Dass ich jetzt Zeit habe, Eltern zu sein? Nicht mal einen erzieherischen Auftrag erfülle, sondern einfach nur Eltern bin? Und danach? Soll ich irgendwann wieder arbeiten oder Eltern bleiben? Es wäre doch sehr unfair den Kindern gegenüber, wenn sie plötzlich keine Eltern mehr hätten. Und was ist mit der arbeitenden Mutter? Wie passt sie ins Bild?

Nun soll sich das Bild der Mütter in der Gesellschaft ja durch diese begriffliche Aufwertung auch enorm verändert haben. In der Tat. Die vorwerkelnde Familien-Managerin wäre ohne solch mutige, ja geradezu revolutionäre Umbrüche nicht denkbar gewesen.

Und das wäre gut gewesen. Denn was sollen uns diese ganzen blumigen Komplimente unserer Multitasking-Fähigkeit eigentlich sagen?

Frauen zurück an den Herd, wo ihr hin gehört!

Ich bin ein Kind der 70er. Damals hat Johanna von Koczian mit dem Lied ‘Das bisschen Haushalt’ gegen die traditionelle Rollenverteilung rebelliert. In den 80ern tanzten dann auch Männer beschwingt mit dem Wischmopp durchs Werbefernsehen. In den 90ern haben sich Ehepaare Haushalt und Arbeit geteilt. Und heute?

Im Jahr 2009 muss ich mich entscheiden, ob ich arbeite oder Eltern bin. Vereinbarkeit von Familie und Beruf heißt, dass ich entweder Vollzeit arbeite und meinen Säugling wahlweise einer Kindertagesstätte oder einem 18jährigen Au-Paire aus Osteuropa anvertraue. Oder ich bleibe bei meinen Kindern, und zwar nicht nur die vorgesehenen drei Jahre, und verzichte ganz auf eigenes Einkommen.

Qualifizierte Teilzeitjobs sind schwieriger zu ergattern als der supergünstige Flatscreen-Fernseher aus dem Aldi-Angebot. Heimarbeit? Doch, da findet man was. Zum Beispiel bunte Werbekugelschreiber zusammen schrauben. Oder Telefonsex. Da hat man praktischerweise die Hände frei für Hausarbeit, denn wir sind ja Multitasking-fähig.

Die Unternehmen beklagen einen flächendeckenden Fachkräftemangel, sind aber häufig nicht bereit, auch nur einen Schritt auf hervorragend ausgebildete Fachkräfte zuzugehen. Wenn berufstätige Frauen miterleben, wie Mütter, die vor ihrer Elternzeit erfolgreich als Abteilungsleiter fungiert haben, bei ihrem Wiedereinstieg ins Lager verbannt werden, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich letztendlich ganz gegen Kinder entscheiden.

Zum Glück gibt es Argumente, die jede Angst in den Hintergrund treten lassen. Das Lachen eines Kindes zum Beispiel, oder der vertrauensvolle Blick eines Neugeborenen. Die leeren Worthülsen wie Elterngeld und Elternzeit sind es sicher nicht, die Akademikerinnen dazu motivieren, einen Beitrag zum Fortbestand unserer Spezies zu leisten.


Maxi

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Posted by Maxi on Okt 29, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Federpicken


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Frauen sind merkwürdig. Ich muss es wissen; Ich bin selbst eine Frau. Und ich finde, ein typisch weiblicher Zug ist es, sehr viel Energie darauf zu verwenden, bei anderen Frauen nach Schwächen zu suchen und ihnen anschließend die Resultate der aufwendigen Recherche plakativ zu präsentieren.

Als ich nach dem Studium meine erste Stelle in einer neuen Stadt antrat, bemühte ich mich sehr um Anschluss. Ich lernte ein paar Menschen kennen und lud sie bald zur Vertiefung der Beziehungen zum Essen in meine Wohnung ein. Kochen stand während des BWL-Studiums zwar nicht auf dem Lehrplan, aber ich hatte bis dahin sehr gute Erfahrungen damit gemacht, abwechselnd mit Herrn Knorr und Frau Maggi zu kochen. Die zwei sind Profis. Da geht nichts schief.

Ich bereitete also gemeinsam mit Chefkoch Knorr einen riesigen Topf Chili Con Carne vor, ließ mir von ihm auch noch beim Salatdressing helfen und freute mich auf einen schönen Abend. Der Abend war in der Tat sehr unterhaltsam. Vor allem für die Gäste. Auf die Frage, wie ich denn das Chili zubereitet hätte antwortete ich wahrheitsgemäß. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein Wettkampf, wer den besten Witz auf meine Kosten machen konnte.

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Ich kann durchaus über mich selber lachen und der ein oder andere Gag war auch wirklich komisch. Gar nicht lustig fand ich es dann, als eine Dame am nächsten Tag feststellte, dass ihr mein Knorr-Chili die ganze Nacht schwer im Magen gelegen hätte. Vielleicht hätte sie den vierten Teller ja nicht mehr nehmen müssen, dachte ich damals düster. Eine Freundin schenkte mir kurze Zeit später das Buch ‘Basic Cooking’, das wirklich jedem Kochmuffel Lust aufs Kochen macht.

Heute koche ich ohne Knorr und sogar ohne Kochbuch und das richtig gerne. Werde ich zum Essen eingeladen und die Hausfrau lässt schnell die verräterischen Maggi-Tüten im Mülleimer verschwinden, dann freue ich mich und fühle mich geehrt, dass eine Frau, die offensichtlich nicht gut oder gerne kocht, mich zum Essen eingeladen hat. Hätte sie ja nicht tun müssen.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie wir Frauen uns gegenseitig das Leben schwer machen, auf Schwächen herumhacken, damit sich die anderen minderwertig und man sich selbst toll findet. Im Büro sind es die Pseudowissenschaftlerinnen, die, vollkommen gleichgültig zu welchem Thema, ihre Sachkompetenz stets mit dem Satz unterstreichen: “Ich habe das studiert.”

In den Krabbelgruppen sind es die Super-Mamas, die ihre Kinder zwei Jahre voll stillen und danach das selbst gezüchtete Gemüse (das Argument, man hätte keinen Garten, zählt nicht. Das geht auch im Keller; mit entsprechender Beleuchtung.) im Thermomix jeden Mittag frisch pürieren. Ich möchte mich über dieses Engagement überhaupt nicht lustig machen.

Ich verurteile jedoch, dass für diese Frauen nur ihre Lebensform Gültigkeit hat und alles andere von oben herab halb mitleidig belächelt wird. “Wie, du stillst nicht?” Entsetzte, ungläubige Gesichter unter den Müttern der Krabbelgruppe, die ich mit meinem Sohn Till besuchte. “Nein. Ich stille nicht. Ich habe keine Milch. Nicht mit Nasenspray, nicht mit Kügelchen, nicht mit Malzbier, nicht mit Milchbildungstee, nicht mit Pumpen, nicht mit Massieren, nicht einmal mit gut Zureden.”

Tatsächlich hatte ich sehr darunter gelitten, dass ich nicht stillen konnte. Wochenlang hatte ich mich mit allen möglichen Methoden zur Milchbildung gequält und schließlich aufgegeben. “Das gibt es nicht. Jede Frau hat Milch.” Ich hätte sie schlagen können. Ich saß nah genug an dieser selbstgefälligen Atombusen-Mama, deren Baby gerade laut schmatzend an ihrer Brust saugte. Vermutlich hätte mir das sogar gut getan. Tills sozialer Integration wäre es allerdings nicht dienlich gewesen. Also schwieg ich und hielt mit der Linken meine Rechte fest.

Auch die Kinder bleiben von herabwürdigenden Vergleichen nicht verschont. Dabei sind die Dinge oft gar nicht so, wie sie dargestellt werden. Ich habe viele Super-Muttis kennen gelernt, deren Kinder mit 1,5 Jahren schon trocken sind, mit 6 aber immer noch nachts eine Windel anhaben (nachts zählt ja nicht), die sich mit 3 schon den Popo selbst abputzen, komischerweise bei mir mit 7 immer noch brüllen: “Ich bin fertig.“, die sich angeblich von Anfang an im Auto selbst anschnallen, zu mir aber heute noch sagen: “Du musst mich anschnallen.“, die mit 4 schon lesen und rechnen können und Brettspiele in englischer Sprache lieben.

Ich frage mich: Was fehlt diesen Frauen? Sex, würde meine Freundin jetzt antworten. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Was aber allen, die andere Lebensformen verurteilen fehlt, ist Toleranz. Jemandem, der sich hinter einem Studium versteckt oder sich über die Leistungen seiner Kinder profilieren muss, fehlt ein gesundes Selbstwertgefühl.

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis kann ich den ausschweifenden Lobeshymnen und kleinen Sticheleien (“Kann er noch nicht laufen? Oh jeh! Wart ihr schon beim Arzt?”) anderer Mütter mit mehr Gelassenheit begegnen. Die studierten Super-Muttis haben’s auch nicht leicht. Aber das darf die Öffentlichkeit nie erfahren!

Maxi

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Posted by Maxi on Okt 22, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Unter Windmaschinen

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Kolumne von und mit Maxi auf JobsForMums.de Blog

Windmaschinen.

Man begegnet ihnen in jedem Unternehmen. Es gibt sie in männlicher und weiblicher Ausführung. Eine Versammlung mehrerer Windmaschinen in einem Unternehmen bezeichnet man als Windpark.

Windpark 2 Unter Windmaschinen Kolumne Von Und Mit Maxi

Gemeint sind die furchtbar wichtigen Kolleginnen und Kollegen, die morgens generell eine halbe Stunde später als alle anderen kommen, weil sie am Abend zuvor :”… mal wieder eine Nachtschicht…” einlegen mussten. Deshalb führt sie ihr erster Gang am Morgen auch gleich zur Kaffeemaschine. Wer bis spät in die Nacht arbeitet, braucht erst mal Koffein.

Voll Eifer stürzt man sich dann in die Arbeit, indem man seine Kollegen per Rundruf darüber informiert, dass man jetzt bis zum 11.30 Uhr Meeting im Office ist. Dann werden mit flinken Fingern einige Emails formuliert, in denen zumeist Freunde über die Erlebnisse der vergangenen, feucht-fröhlichen Nacht informiert werden. Die Teamassistentin bereitet derweil die Unterlagen für die Besprechung beim Chef vor.

Um 11.25 Uhr rauscht man dann schnellen Schrittes zum wichtigen 11.30 Uhr Termin, dem Mittagessen mit der besten Freundin. Bis zum Mittag haben unsere Windmaschinen effektiv nichts produziert. Nichts außer Wind, der den Kollegen ins Gesicht bläst. Den Nachmittag lässt man dann etwas ruhiger angehen; das Mittagessen will erst verdaut werden.

Aber spätestens nach dem Kaffee um 14.00 Uhr findet man zur gewohnten Geschäftigkeit zurück, immerhin ist um 15.30 Uhr ein tatsächlich wichtiger Termin, und bis dahin müssen die fleißigen Helfer alle anstehenden Aufgaben erledigt haben. Also muss das Team zu Höchstleistungen motiviert werden, was in der Praxis so aussieht, dass jeder seine Arbeit auf der Stelle unterbrechen muss, um den Termin perfekt vorzubereiten.

“Wir sind ein Team. Eine Hand wäscht die Andere.” Sollte es dann am Abend tatsächlich einmal etwas später werden, informiert man die Kollegen per Rundmail um 21.30 Uhr (‘Seht, ich Armer bin jetzt noch im Büro.’) darüber, dass man am nächsten Tag einen Home-Office-Tag einlegt.

Wie schon erwähnt trifft man in jedem Unternehmen auf eine oder mehrere Windmaschinen, meistens im mittleren Management. Wie sie es dorthin geschafft haben, ohne effektiv viel zu leisten? Indem sie Wind produzieren. Sie schmücken sich mit Erfolgen, die andere erarbeitet haben und sie scheuen sich nicht, auf wichtige Menschen zuzugehen, um ihr Netzwerk auszubauen. Denn während andere für ihr Unternehmen arbeiten, basteln Windmaschinen an ihrer Karriere. Sie konzentrieren ihre Energie auf ihr eigenes Vorwärtskommen, was man ihnen in einer Zeit, in der die meisten Unternehmen einem großen Konzern angehören, deren Vorstand keinerlei soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern verspürt, nicht einmal verdenken kann.

So sehr man sich als engagierter Mitarbeiter aber über Windmaschinen im Unternehmen ärgern mag, sie haben auch eine Daseinsberechtigung: als Prellbock zum Beispiel, denn oft sind sie es, die neue Rechte für sich erkämpfen, von denen später auch andere Mitarbeiter profitieren. Sie dienen sogar dem Teamgeist, denn das kollektive Feindbild schweißt die übrigen Mitarbeiter enger zusammen, lässt deren Zusammenhalt wachsen.

Man kann die Menschen nicht ändern, also lassen wir die Windmaschinen weiter heiße Luft produzieren. Wenn wir es schaffen, uns von ihrer Geschäftigkeit nicht beeindrucken und uns vor allen Dingen nicht von unserer eigentlichen Arbeit abhalten zu lassen, dann kann so eine Windmaschine auch durchaus zum Unterhaltungswert im Unternehmen beitragen. Denn wenn man sich entspannt zurück lehnt, erlebt man sicher einen Auftritt, über den man schmunzeln darf.

Maxi


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Alles Eine Frage Der Organisation– Kolumne Von Und Mit Maxi

Posted by Maxi on Okt 15, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Alles eine Frage der Organisation


jobsformumsde logo jpg5 Alles Eine Frage Der Organisation– Kolumne Von Und Mit Maxi

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Es gibt Menschen, die sagen, ich wäre gut organisiert. Das höre ich gern, mehr noch, es erfüllt mich mit Stolz.
Eine gute Organisation ist meines Erachtens das A und O für den reibungslosen Ablauf aller Projekte.

Ich liebe Checklisten!

Das geht so weit, dass ich, als wir einen Namen für unser erstes Kind gesucht haben, alle Vornamen aus dem Internet in eine Excel-Datei kopiert habe, alphabetisch sortiert, nach Geschlechtern getrennt.

Danach haben mein Mann und ich getrennt voneinander die Namen markiert, die für uns in Frage kamen.Aus der Schnittmenge sollte der Name unseres Kindes ausgewählt werden.

Bei den Mädchen war die Schnittmenge gleich Zehn, wir einigten uns auf Leonie und freuten uns über unser gut erarbeitetes System. Bei den Jungen war die Schnittmenge gleich Null. Ich muss wohl nicht erst erwähnen, dass wir einen Jungen bekamen.

Ohne es zu realisieren hatte ich die erste Lektion darin erhalten, dass Planung und Kinder nicht kompatibel sind und es sollten noch viele weitere folgen.

Zwar ist eine gute Planung und Organisation für ein Leben mit Kindern unerlässlich, erst recht, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Die Kinder jedoch interessiert diese Planung nicht und sie torpedieren unsere ganze schöne Organisation mit außerplanmäßigen Wutattacken, Pipi-Pausen oder Magen-Darm-Viren.

Als Till zwei Jahre alt war, fing ich wieder an zu arbeiten. Bis dahin funktionierte das mit der Organisation noch recht gut. Ich plante Baby-Schwimmen, Krabbelgruppe, Kinderturnen, Musikgarten und sogar Zeit zur freien Verfügung in unseren Alltag ein.

Erst, als ich wieder täglich zur Arbeit ging, wusste ich, was das Wort Doppelbelastung bedeutet.

Zuerst dachte ich, je besser ich organisiert bin, desto leichter läuft der Alltag. Aber das Gegenteil war der Fall. Hatte ich einen Geschäftstermin auf 10.00 Uhr festgesetzt und somit genug Zeit eingeplant, Till um 12.00 Uhr vom Kindergarten abzuholen, war es fast sicher, dass sich der Termin auf 11.00 Uhr verschob und ich mit feuchten Händen die Minutenzeiger auf der Uhr beobachtete anstatt mich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Umgekehrt geschah es auch, dass während eines extrem wichtigen Meetings der Kindergarten anrief um zu sagen, dass Till die drei Berliner, die er zur Faschingsfeier im Kindergarten gegessen hatte, wohl nicht so gut bekommen wären. Ich sollte ihn doch bitte gleich abholen.

Ich kam mir vor wie beim Wettlauf zwischen Hase und Igel.

Ich lief immer schneller, um meinen selbst aufgestellten Plan einhalten zu können und schaffte es doch nie. Kurz dachte ich daran, die Arbeit wieder aufzugeben aber das wollte ich nicht.

Ich wollte arbeiten und ich wollte die Familie. Und ich lernte, dass Improvisation kein Schimpfwort ist. Dass es nichts mit Versagen zu tun hat, wenn man vom Plan abweicht oder jemanden um Hilfe bittet.

Organisation ist nicht alles.

Ja, sie ist wichtig und ich mache immer noch gerne Listen. Ich habe aber gelernt, nicht zwanghaft an meinen Plänen festhalten zu wollen. Statt zu versuchen, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, lasse ich die Dinge auch mal auf mich zukommen.

Ich bin heute nachsichtiger mit mir selbst, aber auch mit anderen. Leicht resigniert habe ich akzeptiert, dass wir zu Verabredungen immer 15 bis 20 Minuten zu spät kommen. Ich stehe auch nicht mehr fünf Minuten nach der verabredeten Zeit mit schwitzender Oberlippe und schwer atmend am Fenster, um nach dem unpünktlichen Besuch Ausschau zu halten.

Ich habe fast sechs Jahre gebraucht, um zu verstehen, was für ein wunderbares Geschenk dieses Chaos für unser verplantes Leben bedeutet.

Und wenn mein dreijähriger Sohn Jan, wie jetzt gerade, mit seinem Spielzeugfotoapparat breit grinsend vor mir steht und sagt:”Mama, bitte lächeln!”, dann bin ich nur ganz kurz geneigt, ihm zu erklären, dass es eine Spielzeit und eine Arbeitszeit gibt und dass Mami jetzt Arbeitszeit hat.

Ich halte inne, schau mir mein wunderbar glückliches Kind an und lächel.

Maxi


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Einfach Mal Rauskommen – Kolumne Von Und Mit Maxi

Posted by Maxi on Okt 9, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Einfach mal rauskommen


jobsformumsde logo jpg4 Einfach Mal Rauskommen   Kolumne Von Und Mit Maxi

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“Einfach mal rauskommen” Diesen Ausspruch hört man gerne in Zusammenhang mit Müttern, die wieder in den Beruf drängen.

“Einfach mal rauskommen” Oft noch ergänzt durch den Zusatz: unter Menschen.

Wenn ich das höre, drängen sich mir so viele Fragen auf, dass ich sie nur mit Mühe in meinem Kopf ordnen kann.

Bedeutet dieser Ausspruch, dass Hausfrauen-Mamis sich, wie der Name schon ahnen lässt, ständig im Haus aufhalten?
Wenn ja, wer bringt die Kinder dann zum Kindergarten, Kieferorthopäden, Geburtstagsfeiern und anderen sozialen Events?
Wer hindert diese armen Geschöpfe daran, das Haus zu verlassen?

Und wo kommt dieser blöde Spruch eigentlich her?

Jetzt mal ehrlich.

“Einfach mal rauskommen” kann die Antwort eines Gefängnisinsassen auf die Frage nach seinen Wünschen und Zielen sein.


In Bezug auf arbeitende Mütter ist dieser Satz gleich einer Ohrfeige.
Eine Frau, die rauskommen möchte, kann spazieren gehen (mit oder ohne Kinder), sich zum Kaffee verabreden, shoppen gehen oder sich sozial engagieren.
Die Möglichkeiten sind grenzenlos.


Als ich gegen Ende meiner Elternzeit hoch motiviert dem Personalleiter unserer Firma gegenüber saß, um meinen Wiedereinstieg zu besprechen, zeigte sich dieser sehr erfreut, mich zu sehen, plauderte mit mir über den bevorstehenden Herbst und hatte großes Verständnis dafür, dass ich jetzt auch mal wieder rauskommen wollte.

Leider musste er mich aber auch auf eine sehr unerfreuliche Wirtschaftskrise aufmerksam machen und forderte nun meinerseits Verständnis dafür, dass ich mit dem Rauskommen noch etwas warten müsse.

“Nein!”, sagte ich.

“Ich möchte nicht rauskommen.
Mir gefällt mein Zuhause.
Ich habe es selbst eingerichtet.
Die Wände schön bunt, die Raumtemperatur sehr angenehm.
Langweilig ist mir auch nicht.
Ich bin nicht auf der Suche nach einem Hobby.
Ich suche Arbeit.”

Das Schlimme ist, dass so viele Frauen selbst als Motivation für ihren beruflichen Wiedereinstieg angeben: “Ich möchte auch einfach mal wieder rauskommen.”

Was erwarten diese Frauen denn von ihrem Gegenüber?
Wäre ich Unternehmer, würde ich ihnen antworten: “Herzlich gern. Da vorn ist die Tür.”

Niemand kann es sich leisten, eine Selbsthilfegruppe für frustrierte Hausfrauen zu unterhalten.

Und das ist doch auch gar nicht der wirkliche Grund.
Arbeiten wollen wir aus den gleichen Gründen wie Männer und kinderlose Frauen auch.
Wir wollen Geld verdienen mit einer Tätigkeit, die wir als sinnvoll erachten und die uns idealerweise auch noch Spaß macht.

Rauskommen müssen wir dafür nicht mal zwangsläufig, denn arbeiten kann man auch zu Hause.

Also hören wir doch bitte mit diesem dummen Spruch auf und machen uns selbst nicht kleiner als wir sind.

Maxi


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Das Muttertier! Oder Warum Arbeit Für Frauen So Wichtig Ist!- Kolumne von und mit Maxi

Posted by Maxi on Okt 2, 2009 in Kolumne von und mit Maxi
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Das Muttertier!

oder

Warum Arbeit für Frauen so wichtig ist!

Nein, wie eine Hausfrau wollte ich wirklich nie aussehen. Als ich noch mit beiden Beinen fest im Berufsleben stand, hatte ich klare Vorstellungen davon, wie eine Hausfrau aussieht: Rot getönter, modischer Kurzhaarschnitt und eine gewagt gezickzackte Brille waren für mich von jeher Synonym einer schwäbischen Hausfrau. Und das wollte ich nun wirklich nie werden. Warum nicht? Kann ich nicht sagen.

Diese Frauen wirkten auf mich wie der armselige Versuch, an einer Welt teilzuhaben, die sie längst ausgeschlossen hat. “Schaut her! Ich bin Hausfrau, aber ich putze mich trotzdem noch raus. Und mein modischer Kurzhaarschnitt mitsamt der gewagt gezickzackten Brille zeigen, dass mein Selbstbewusstsein überhaupt nicht leidet. Ich engagiere mich sozial, indem ich Kuchen für den Kirchenbasar backe (für den mich alle sehr loben) und bin ein wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft!”

Wirklich?

Wahrscheinlich ist es so, dass diese Frauen sehr viel wertvollere Mitglieder für unsere Gesellschaft sind, als die Single-Managerinnen, die am Wochenende mit ihrem hart verdienten Geld beim Kurztrip nach Paris die französische Wirtschaft stärken. In meinem anderen Leben……hatte ich jedoch in unregelmäßigen Abständen einen immer gleichen Traum, aus dem ich schweißgebadet und fix und fertig aufwachte:  Jemand fesselte mich an einen Stuhl, verpasste mir einen modischen, rot getönten Kurzhaarschnitt und setzte mir eine gewagt gezickzackte Brille auf.

Meistens erlösten mich meine lauten Angstschreie von dem bösen Traum.  Mein Selbstbild entsprach schon eher dem der Single-Managerin in Paris.

Heute,……6 Jahre und 2 Kinder später, wage ich in den prüfenden Blick in den Spiegel. Was ich da sehe, entspricht nicht meiner Vorstellung einer schwäbischen Hausfrau, obwohl ich das nun tatsächlich bin. Also wäre es nicht verwunderlich, dieses Bild auch zu verkörpern.

Ich sehe etwas, das in jüngeren Jahren weit jenseits meiner Vorstellungskraft lag, so dass ich kein klares Bild vor Augen hatte.

Nun sehe ich es und bin entsetzt: Ich bin ein MUTTERTIER! Der Schock der Selbsterkenntnis sitzt tief. Ein Muttertier ist meiner Definition nach eine Hausfrau OHNE eigene Interessen. Eben eine Mutter, Mutter, Mutter und sonst nichts. Die schwäbische Hausfrau aus meinem Albtraum war wenigstens schlank, engagierte sich sozial und kaufte mehr oder weniger modische Kleidung.

Die Selbstdiagnose ist niederschmetternd. Die 10 Kilo, die ich nach der Geburt von Jan vor 3 Jahren schnell wieder runtertrainieren wollte, sind noch genau so da wie die Jeans, die ich damals für den Übergang bei C&A gekauft hatte. Nur, bis ich wieder in Größe 38 passe. Wie konnte ich mich so gehen lassen ohne es zu merken? Es sind nicht nur die Kilos, die mich schockieren. Es ist die gesamte Ausstrahlung.

Wo ist mein Selbstbewusstsein, das Funkeln in den Augen?

Wo bin ich?

Wo bin ich verloren gegangen und warum habe ich es nicht gemerkt?


Die Antwort liegt auf der Hand:

Ich war zu beschäftigt. Beschäftigt mit den Kindern, dem Haushalt, den Fahrten zur Krabbelgruppe, Musikschule, Krankengymnastik, Kieferorthopäden,

dass ICH MICH vergessen habe.

Ich beobachte die Frauen in meinem Umfeld.

Worin unterscheiden sie sich und was macht die Ausstrahlung aus?

Wie finde ich mein altes Ich wieder?


Die Antwort erschließt sich mir schnell:

Berufstätige Frauen haben eine andere Ausstrahlung als Hausfrauen. Eine Ausstrahlung, die meinem Selbstbild schon immer mehr entsprochen hat als die einer Hausfrau oder gar eines Muttertiers.Vollständige Selbstaufgabe ist nicht mein Ding. Ich bin auch niemand, der auf die Frage nach dem Beruf stolz antwortet, erfolgreich ein kleines Familienunternehmen zu leiten.

Ich will Arbeiten! Und zwar nicht, um einfach mal raus zu kommen, wie es oft so schön heißt, sondern…

…um RICHTIG zu arbeiten

…UND RICHTIGES GELD zu verdienen!!!


Und das ist MEIN Recht! Als Frau UND als Mutter!

Maxi


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