Ich will arbeiten! Aber wohin mit dem Kind? Und wie lange?
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Ich will arbeiten! Aber wohin mit dem Kind? Und wie lange?
Tatsächlich ist das für alle Eltern eine Kernfrage.
Ich hatte ein interessantes Gespräch mit einem Psychologen, der selber drei kleine Kinder hat.
Er sagte: ” Es ist ganz klar, Kinder werden bis zum dritten Lebensjahr geprägt, da sollten sie auch in ihre Familie aufwachsen!”
Von der Thematik Kita hielt er nicht viel. Kinder werden von Erzieherinnen sicherlich gut betreut, aber die Liebe und Zuneigung, die sie durch Familie erhalten, sind seiner Ansicht nach nicht in der Kita gegeben.
Ok, ich stimmte ihm zu, aber wie sieht es denn aus, wenn Mütter arbeiten möchten? Er erklärte mir, dass dies auch gar kein Problem darstellen würde. Es wäre wichtig, das das Kleinkind feste Bezugspersonen haben sollte, es könnten auch die Großeltern sein, ferner wäre es wichtig, das die Eltern insbesondere in den ersten drei Jahren regelmäßig präsent wären, damit sich das Kleinkind auf einen geregelten Tagesablauf einrichten könnte.
Ja, aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es möglich ist, mit Kleinkind berufstätig zu sein. Ich hätte aber niemals einen Vollzeitjob außer Haus ausüben können. Ich habe von zu Hause aus gearbeitet, vier Stunden täglich vormittags waren immer machbar. Auch zu den Zeiten, in denen meine Tochter nachmittags schlief oder in den Abendstunden konnte ich noch Einiges erledigen. Natürlich nur mit Unterstützung der Großeltern! Eine Kita wäre für mich persönlich nicht in Frage gekommen. Meine Tochter gehörte in unser Nest und erhielt die totale Aufmerksamkeit von allen Seiten. Ich brachte sie auch erst mit dreieinhalb Jahren in den Kindergarten, den sie das erste Jahr unregelmäßig besuchte, weil sie lieber bei den Großeltern war.
Die Kombination aus Home-Office und Großeltern war für mich die optimale Grundvoraussetzung, Familie und Beruf zu vereinbaren. Ich wusste, dass meine Tochter sehr gut betreut wurde und hatte auch nie ein schlechtes Gewissen. Ich konnte mich immer auf meine Arbeit konzentrieren.
Mütter, die außer Haus arbeiten haben es da deutlich schwerer und diejenigen, die nicht auf ihre Familie zurückgreifen können, bewundere ich sehr, dass sie trotzdem berufstätig sind. Es ist eine außerordentliche Leistung, die leider immer noch zu wenig Anerkennung findet.
“Und was ist die Lösung des Problems?”, fragte ich ihn.
Seine Antwort fasse ich wie folgt zusammen:
Schaffung von Kita-Plätzen und Betreuungsmöglichkeiten nach der Schule, sind nicht die Lösung unserer gesellschaftlichen Problematik!
Neben der Tatsache, dass die Familienstrukturen in der heutigen Zeit fast nicht mehr existent sind, Großeltern sich “zu alt” fühlen, um sich um ihre Enkel zu kümmern und die “jüngere Generation” arbeiten zu lassen, ist es noch dazu leider immer eine finanzielle Entscheidung, die beide Eltern dazu zwingt, arbeiten zu gehen. Und dabei ist jetzt nicht die Rede von einem Leben in Überfluss.
Die Lösung wäre so einfach, liegt so nahe und ist so günstig und wir alle könnten es selber bestimmen. Wir müssten dazu näher rücken, unsere Familien, Freunde, Nachbarn mobilisieren und dem Einzelgängertum ein Ende setzen.
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