Selbstbestimmung Junger Mitarbeiter Ueber Web 2.0 Anwendungen Im Job
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Selbstbestimmung junger Mitarbeiter über Web 2.0 Anwendungen im Job
Während Weltkonzerne aufgrund ihrer multikulturellen Umgebung sicherlich schneller bereit sind, neue Anwendungen ins Unternehmen mit ein zu beziehen, tun sich kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs ) sehr schwer damit.
Junge Mitarbeiter wollen mit bestimmen, welche Applikationen in ihrem Unternehmen genutzt werden. Daß sich hier insbesondere die alten Hasen unter den Managern damit sehr schwer tun, ist sicherlich nach zu vollziehen.
Ich habe hier einen sehr interessanten Bericht auf der Webseite der Financial Times Deutschland gefunden, den Sie, liebe Unternehmer lesen sollten!
Die Web 2.0-Welle erfaßt uns alle und wir müssen alle jetzt umdenken und jetzt dazu lernen, damit wir auch langfristig am Markt bestehen können.
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Digitale Dokumente -Das Web 2.0 kommt ins Büro von Wilko Steinhagen
Wikis, Blogs und Messenger halten unaufhaltsam Einzug in Unternehmen. Fraglich ist aber noch, wie sich die digitalen Chats archivieren lassen. Nun gibt es erste standardisierte Lösungen.
Wenn der Chef früher zu einem Meeting rief, versammelten sich die Angestellten zu einer bestimmten Uhrzeit in seinem Büro. Hinterher gab es ein Protokoll, in dem alles Wichtige festgehalten wurde und das alle zu lesen hatten.
Heute ist das anders: Die Mitarbeiter tauschen sich viel seltener im persönlichen Gespräch aus. An dessen Stelle sind Messengersysteme, Blogs und Wikis getreten. Längst braucht niemand mehr zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein.
Die Arbeitswelt ist im Wandel. Daran besteht kein Zweifel. Trotzdem fällt es vielen Unternehmen schwer, sich dieser Entwicklung anzupassen. Auch weil es ein Generationenkonflikt ist: Während die jungen Mitarbeiter Blogs, RSS-Feeds oder Wikis selbstverständlich nutzen, hat die höhere Managementebene von vielen dieser Medien im Zweifel noch nie etwas gehört.
Die Absolventen aber erwarten vom Arbeitgeber die gleiche technische Flexibilität, die sie aus dem Studium kennen: soziale Netzwerke, Instant Messenger, Open-Source-Software – und das Ganze am besten mobil.
Eine Studie der Beratungsfirma Accenture zeigt deutlich, wie stark Wunsch und Wirklichkeit in der Arbeitswelt auseinandergehen. Etwa jeder Dritte zwischen 14 und 32 nutzt Instant Messenger und soziale Netzwerke für seine Arbeit, zehn Prozent davon sogar heimlich. Ein Teil der jungen Arbeitnehmer bringt sogar eigene Geräte in die Firma mit, weil sie mit der gewohnten Software lieber und auch effizienter arbeiten.
Verknüpfung von Medien und Geschäftsprozessen
Deshalb stellte die Unternehmensberatung McKinsey in einer aktuellen Studie unter dem Titel “Six ways to make Web 2.0 work” einen Sechs-Punkte-Plan auf, der Unternehmen dabei helfen soll, die neuen Medien in ihre Prozesse mit einzubinden. Der Plan empfiehlt beispielsweise, dass die jungen Arbeitnehmer bei der Einführung neuer Technologien mitwirken sollen. Gleichzeitig sollte unbedingt kontrolliert werden, welchen Nutzen einzelne Anwendungen tatsächlich bringen.
Doch nicht nur die Einführung der Technik macht Probleme, auch die Archivierung ist eine Herausforderung. Seit Januar 2007 müssen alle Dokumente, die einen Geschäftsvorgang betreffen und grundsätzlich ausgedruckt werden können, archiviert werden.
“In einigen Firmen beschränkt man sich darauf, Gespräche aus dem Instant Messenger einfach per Copy and paste in ein Worddokument zu schieben. Das wird dann gespeichert”, sagt Felix Wittern, Partner bei der Hamburger Kanzlei Field Fisher Waterhouse. Das Problem: Vor Gericht hätte so ein Dokument keine Beweiskraft. Deshalb warnt Wittern davor, die Archivierung auf die leichte Schulter zu nehmen.
Ein weiteres Problem: Der Nutzer des Messengers muss selber entscheiden, ob das per Tastatur geführte Gespräch dokumentationswürdig ist oder nicht. “Die Arbeitnehmer werden da ein wenig alleingelassen”, sagt Wittern.
Internetgeneration fordert neue Medien ein
Wunsch: Die 14- bis 32-Jährigen wollen am liebsten selbst aussuchen, welche Computer und Programme sie an ihrem Arbeitsplatz nutzen. Das lässt allerdings kaum ein Unternehmen zu.
Selbsthilfe: Viele jüngere Mitarbeiter bringen einfach ihre privaten Computer mit ins Büro – und arbeiten damit, weil sie das Vertraute vorziehen.
Wikis und Blogs vernetzen
Technische Standardlösungen für eine gerichtsfeste Dokumentation der Kommunikation gibt es bisher kaum. Der IT-Dienstleister EMC Deutschland hat unlängst einen Versuch gestartet und nun zwei neue Produkte im Programm. Das eine vernetzt und dokumentiert Wikis und Blogs. Das andere leistet das Gleiche bei Instant Messengern und Mails. “Beides wird im Augenblick stark nachgefragt”, sagt Stefan Weiß-Weber von EMC.
Eine andere Lösung bietet das Projekt Ewitness. Ein Verbund von Notaren stellt im Rahmen dieses Projekts die Infrastruktur für die Kommunikation per Mail und über FTP-Server. Die Notare protokollieren sämtliche E-Mailkorrespondenz und FTP-Übertragungen eines Unternehmens und versehen diese mit qualifizierten digitalen Signaturen und Zeitstempeln. Die Kommunikation findet sozusagen notariell beglaubigt statt – ohne dass es die Empfänger der Mails mitbekommen.
Der Vorteil daran
Nicht nur Zeit, Absender und Empfänger werden dokumentiert. Auch der Inhalt einer Mail ist beglaubigt und kann somit nicht nachträglich gefälscht werden. “Das Interesse ist branchenübergreifend groß. Gerade wenn große Summen im Spiel sind, verlassen sich viele lieber auf eine notariell beglaubigte Kommunikation”, sagt Peter Mertes, Projektleiter bei Ewittnes.
Darüber hinaus sei das System auch in den Unternehmen, die viel mit Urheberrechten zu tun haben, sinnvoll einsetzbar. “Es kann genau nachvollzogen werden, wer was wann als erstes gesagt oder geschrieben hat”, sagt Mertes.
Wie sich die Archivierungspflicht technisch umsetzen lässt, ist für die IT-Dienstleister aber nicht mehr das dringendste Problem. Vielmehr wird es in der Zukunft darum gehen, die Kommunikation sinnvoll zu verwalten. “Ein Mehr an schriftlichen Informationen führt nicht automatisch zu einem Mehr an Nutzen für die Firma”, sagt Weiß-Weber von EMC.
Dieses Wissen nutzbar zu machen – das sei die nächste Herausforderung. Mithilfe der neuen Technologien könne kreatives Potenzial viel eher abgegriffen werden, vorausgesetzt sie werden intelligent gemanagt.
Wahrscheinlich werden die Lösungen für solche Probleme dann per Messenger entwickelt, im Firmenwiki diskutiert und per Mail verschickt.
Quelle: FTD.de, 20.09.2009, Financial Times Deutschland
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