Teil 1 – Sieben (7) Todsünden wider die Marktwirtschaft
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Teil 1 – Sieben (7) Todsünden wider die Marktwirtschaft

Das sagte doch Frau Merkel in ihrer Neujahrsansprache.
Was gedenken unsere Berufspolitiker zu tun, damit es besser wird? Sie haben alle Hände voll zu tun. Das was heute passiert sind doch die Ergebnisse von den Fehlentscheidungen und Fehlhandlungen der letzten Jahrzehnte.
Und irgendwas muss es schuld sein. Nein, nicht die Politiker und Wirtschaftsakteure.
Es ist eben einfach mal die soziale Marktwirtschaft schuld.
Ludwig Erhard, der Vater der sozialen Marktwirtschaft, wäre entsetzt! Sagte er doch einst: „Schwierige Zeiten sollten nicht dazu verleiten, die soziale Marktwirtschaft leichtfertig aufzugeben.“
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist sich einig, das die Finanzkrise eine Krise der Marktwirtschaft ist.
(Abbildung © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)
Aber warum klappt bei uns die soziale Marktwirtschaft nicht?
Erhard wusste, dass in den immer wieder einmal auftretenden Krisen die Menschen wieder nach mehr Staat schreien würden.
Er sah seine ordnungspolitischen Grundsätze in Gefahr. Zu diesen gehörte auch, dass sich die Marktteilnehmer ehrlich verhalten.
Geradezu hellseherisch beschrieb er die Gefahrenherde, die zu unserer heutigen Krise führten: „ Ein Bankier muss wissen, dass er auch mit dem Geld der kleinen Leute hantiert. Die Leute leben nicht von den Bilanzposten, sondern von dem Geld, das dahintersteht. Und wenn kein Geld mehr dahintersteht, dann sind die Bilanzposten Lügen.“
Ohne zu ahnen, dass es einmal Subprime-Kredite geben wird, legte Erhard den Finger genau in die richtige Wunde. Diese Kreditgeschäfte wurden in der Bilanz zu hoch bewertet oder gleich außerhalb der Bilanz getätigt.
Eben dies verstößt aber gegen die Grundsätze einer auf ehrlichem Geschäftsgebaren aufgebauten Marktwirtschaft.
Der Kölner Bankbetriebslehre-Professor Thomas Hartmann-Wendels beschrieb in der Zeitschrift Focus-Money „Die sieben Todsünden wider die Marktwirtschaft“, die die Krise mit verursacht haben.
Die Finanzmarktkrise wird als Versagen der Marktwirtschaft gedeutet.
Marktwirtschaft, so wird behauptet, führe zu einer Gier nach Rendite, statt Wohlfahrt für alle bewirke sie extremen Reichtum für wenige und Arbeitslosigkeit sowie sozialen Abstieg für viele, statt Sicherheit produziere sie Krisen, statt Nachhaltigkeit fördere sie das kurzfristige Denken.
Die Debatte um die Marktwirtschaft ist notwendig, denn Marktwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern soll den Menschen dienen, Freiheit und wirtschaftliche Wohlfahrt zu erreichen.
Auf den ersten Blick scheint es so, als würde die Finanzmarktkrise die Schwächen der Marktwirtschaft aufdecken.
Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, dass es gerade die Verstöße gegen marktwirtschaftliche Grundsätze waren, die die Krise heraufbeschworen haben.
(Quelle: Focus-Money, Nr. 32, 07-2009.)
Lesen Sie im zweiten Teil dieser Serie, gegen welche marktwirtschaftlichen Grundsätze verstoßen wurde.
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